Engpass

Ein Engpass, häufig auch als Bottleneck bzw. Flaschenhals bezeichnet, beschreibt die Knappheit von Ressourcen, wie beispielsweise Arbeitskraft, Maschinen, (Teil-)Produkten oder Herstellungsmaterialien. Durch einen Engpass verschlechtert oder verzögert sich der Prozess bzw. dessen Performance, wodurch sich die Durchlaufzeit erhöht oder der Prozess sogar gänzlich zum erliegen kommt. Somit birgt ein Engpass in der Regel einiges an Optimierungspotenzial. Engpassquellen können durch das Process Discovery sowie Ursachenanalysen gefunden und eliminiert werden.

Wo können Engpässe auftreten?

Engpässe können grundsätzlich in jedem Prozess zu jeder Zeit auftreten. Das Auftreten von Engpässen ist unter anderem abhängig von der Planung, beispielsweise der Kapazitäten, oder dem Ausfall von benötigten Lieferungen. Allgemein unterscheidet man zwischen organisatorischen, maschinellen, beschaffungsbezogenen oder finanziellen Engpässen.

Organisatorische Engpässen treten beispielsweise dann auf, wenn ein Prozessschritt nur von einer einzigen Person ausgeführt werden kann. Ist das der Fall kann es zur Überlastung der Person kommen, sodass sich Arbeit anstaut und sich dadurch die weitere Prozessumsetzung verzögert oder sogar zum erliegen kommt. Das Gleiche gilt, wenn diese eine zuständige Person ausfällt und kein Ersatzpersonal zur Verfügung steht. Bei Maschinen ist das Prinzip analog. Allerdings können bei organisatorischen Engpässe die Ursachen auch im Prozess selbst liegen. Beispielsweise bei einem Produktionsprozess mit sehr langen Transportzeiten der Zwischenprodukte, entstehen schnell solche Engpässe, da das Fortsetzen des folgenden Produktionsprozesses abhängig von der Lieferung ist.

Engpässe in der Beschaffung treten dann auf, wenn von einem zu beschaffenden Werkstoff o.ä. nicht genug Bestände für alle geplanten Prozessdurchläufe vorhanden sind. Bei einem Automobilhersteller müssen für einen reibungslosen und engpassfreien Durchlauf des Prozesses “Auto herstellen” beispielsweise immer genügend Windschutzscheiben vorhanden sein. Sobald keine Scheiben mehr zur Verfügung stehen, kommt der Prozess zum erliegen.

Finanzielle Engpässe beschreiben die Knappheit oder sogar das Fehlen von monetären Mitteln. Finanzielle Engpässen können organisatorische oder beschaffungsbezogene Engpässe hervorrufen, da Rechnungen nicht beglichen oder benötigte Herstellungsmaterialien beschafft werden können.

Wie können Engpässe beseitigt werden?

Grundsätzlich kann Engpässen mit einer detaillierten Kapazitätsplanung vorgebeugt werden. Das schließt die Auslastungsplanung notwendiger Produktionsmittel und Mitarbeiter ein sowie das Einkalkulieren von Ausfallrisiken. Organisatorische Engpässe können durch die Schätzung bzw. Messung der Mitarbeiter- bzw. Maschinenauslastung identifiziert werden. Ist der zuständige Mitarbeiter bzw. die durchführende Maschine stark ausgelastet, sollten diese entlastet werden. Eine Entlastung kann beispielsweise durch die Einstellung weiterer Mitarbeiter für diesen Bereich oder den Kauf weiterer Maschinen erreicht werden. Liegt der Engpass im Prozess selbst, gilt es eine Umstrukturierung anzugehen. Hier kann die Analyse mit Process Mining eine gute Unterstützung sein, um entsprechende Bottlenecks schnell aufzuzeigen und möglicherweise deren Ursachen oder auch vorteilhaftere Prozessablaufvarianten zu identifizieren.

Sollen Engpässe in der Beschaffung behoben werden, können Materialien von weiteren Herstellern ergänzend bezogen werden. Darüber hinaus sollten Systeme oder Techniken eingeführt werden, welche frühzeitig (abhängig von der Beschaffungsdauer) signalisieren, sobald vorhandene Reserven nahezu aufgebraucht sind. Wurde ein solches Signal gegeben, beispielsweise durch Leuchten am betroffenen Produktionsschritt, muss eine Lieferung neuer Materialien erfolgen. Im Idealfall werden vom System permanent die Lagerbestände überprüft, sodass auch dort kein Mangel an Ressourcen entstehen kann. Werden die benötigten Rohstoffe dort zu knapp, ist es vorstellbar, dass ein System diese automatisch beim Hersteller nachordert. So könnten Bottlenecks künftig durch Automatisierung zunehmend vermieden werden.

 

Verwandte Begriffe: Optimierungspotential, Analyse, Performance, Durchlaufzeit