Prozessdurchlauf

Prozessdurchlauf

Prozessdurchlauf

Bei einem Prozessdurchlauf wird ein bestimmter Weg (Prozesspfad) durch den Prozess beschritten. Einzelne Prozessdurchläufe können innerhalb des gleichen Prozesses unterschiedlich sein, beispielsweise wenn der Prozess eine Oder-Entscheidung beinhaltet. Jeder Prozessdurchlauf, aber auch jede Aktivität, besitzt eine Durchlaufzeit. Auf Grund von verschiedenen Durchlaufmöglichkeiten entstehen unterschiedliche Prozessvarianten.

Wovon wird der Prozessdurchlauf  bzw. die Durchlaufzeit beeinflusst?

Der Durchlauf eines Prozesses kann von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden. Zu solchen Faktoren gehören sämtliche prozessrelevante Zeiten (Bearbeitungszeit, Liegezeit, Transportzeit, Wartezeit) aber auch Entscheidungen innerhalb des Prozesses.

Die Bearbeitungszeit variiert in der Regel bei jeder Ausführung und kann nur durch Vollautomatisierung identisch gemacht werden. Daher gibt es üblicherweise Toleranzrahmen, in welchen die Bearbeitungszeit liegen darf, beispielsweise bei Fließbandproduktionen. Überschreitet die Bearbeitungszeit in einem solchen Szenario den Rahmen, erhöht sich die Wartezeit der nachfolgenden Güter und Leistungen, sowie zwischen diesem und dem nächsten Bearbeitungsschritt. Vor dem betroffenen Prozessschritt gibt es einen “Stau” und nach diesem einen Leerlauf, wo auf das nächste zu bearbeitende Produkt gewartet wird.

Darüber hinaus gibt es noch andere Faktoren, wie die Knappheit von Ressourcen oder die Auslastung von Mitarbeitern / Maschinen. Diese wirken sich häufig ebenfalls negativ auf die genannten Zeiten aus. Beispielsweise wird durch eine verzögerte Rohstofflieferung die Wartezeit zwischen zwei Prozessschritten erhöht. Gerät hingegen die Lieferung mit dem eigenen Produkt ins stocken, verlängert sich die Transportzeit dieser und die Wartezeit für den darauf folgenden Prozessschritt.

Wie bereits angedeutet verändern auch Entscheidungen den Prozessdurchlauf. Nach einer Entscheidung ergeben sich zwei oder mehr verschiedene Prozessabläufe. Sie können unterschiedlich viele Aktivitäten oder weitere Entscheidungen beinhalten, welche wiederum die Durchlaufzeit beeinflussen.

Prozessmodell Hunger - Process Mining Glossary | Lana Labs

Beispielsweise dauert es je nach Auslastung länger, Essen zu kochen, als es zu bestellen. Somit wäre der untere Prozessdurchlauf langsamer als der obere, obwohl beide Prozessvarianten insgesamt vier Prozessschritte durchlaufen. Schwieriger wird es bei Parallelitäten, da in jedem Fall beide Prozesspfade durchlaufen werden müssen. Dadurch muss die Aktivität nach der Parallelität gegebenenfalls auf die Vollendung von einem der parallelen Prozessschritte warten.

 

Verwandte Begriffe: Geschäftsprozess, Performance-Analyse, Kennzahl, Prozesspfad, Prozessvariante, Durchlaufzeit, Bearbeitungszeit, Liegezeit, Transportzeit, Wartezeit