Was ist eTOM?

Was ist eTOM?
February 8, 2019 Franzi

eTOM ist eines der weitverbreitetsten Frameworks in der Telekommunikationsbranche. Daher zeigen wir in diesem Beitrag auf, wie dieses Framework eingesetzt wird und welchen Mehrwert es für Unternehmen bietet. Außerdem schauen wir uns genauer an, welche Vorteile eTOM gegenüber ITIL – dem Standard-Framework der IT-Branche – tatsächlich hat.

eTOM als Prozessstandard

eTOM (enhanced Telecom Operations Map) ist ein Framework für Unternehmensprozesse in der Telekommunikationsbranche. Darunter versteht man ein Set von Standards, Modellen und Best Practices. Das Framework besteht aus drei hierarchisch angeordneten Detailstufen von Prozessen. Innerhalb der obersten Stufe werden unternehmensweite Prozesse, also Prozesse vom einen bis zum anderen Ende der Wertschöpfungskette, betrachtet. Anschließend werden die Prozesse zu den Themen Strategie, Infrastruktur und Produkt untersucht. Auf der detailliertesten Stufe werden dann die Prozesse von spezifischen Arbeitsfeldern betrachtet und Objekte abgeleitet.

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Der Vorteil von eTOM ist, dass alle Anwender eine einheitliche und unabhängige Sprachen nutzen. Dadurch wird der Austausch zwischen Mitarbeitern, Teams, aber auch zwischen verschiedenen Standorten oder gar Unternehmen vereinfacht. Das Framework wird genutzt für:

– den Austausch über Prozesse

– die Definition von Prozessabläufen

– die Standardisierung der Kommunikation und Interaktionen

– das Ableiten von Anforderungen

– das Identifizieren und Eliminieren von Prozesslücken

– die Reduzierung von Kosten bei der Implementation von IT-Systemen

Zur Zeit befindet sich eTOM in der Weiterentwicklung. Ziel dieser Weiterentwicklung ist die Anpassung an aktuelle Veränderungen im Unternehmen, unabhängig von digitalen Services. Damit soll das Framework auch für die Anwendung von Dev-Ops-Methoden einsetzbar sein. Genauso soll die zunehmende Virtualisierung und Digitalisierung der Arbeit in der neuen Version berücksichtigt werden. An dieser Weiterentwicklung werden die Mitgliedsunternehmen beteiligt. Jedes Unternehmen kann Mitglied werden, auch wenn eTOM noch nicht von dem Unternehmen selbst genutzt wird.

eTOM und ITIL

ITIL hat sich als weltweiter Standard für die IT-Branche bzw. für den Betrieb von IT-Infrastruktur etabliert. ITIL konzentriert sich vor allem auf die Prozesse sowie deren Standardisierung, jedoch ohne Vorgaben zur systemtechnischen Umsetzung. Es stehen also keine spezifischen Informationen zur sinnvollen Übertragung von Prozessen in ein System zur Verfügung. Daher liegt die Entscheidung über die systemtechnische Prozessumsetzung weiterhin bei den Unternehmensverantwortlichen. eTOM hingegen unterstützt die Integration und Softwareentwicklung aufgrund spezifischer Vorgaben und den erstellten Objekten wesentlich besser und erleichtert die Toolauswahl. Darüber hinaus ist eTOM durch diese Objekte und Ebenen wesentlich detaillierter. ITIL versteht sich als genereller Standard für den Betrieb von IT-Infrastruktur und ist damit wesentlich allgemeiner gehalten. Daher müssen die Anwender der verschiedenen Branchen Erkenntnisse zu ihrem  spezifischen Arbeitsgebiet eigenständig ableiten. Da eTOM sich ausschließlich auf die Telekommunikationsbranche beschränkt, kann es in diesem Bereich detailliertere Informationen und Erkenntnisse als ITIL liefern.

Allerdings lassen sich ITIL und eTom gut verbinden. Beispielsweise können Teilprozesse aus ITIL übernommen und an die eTOM-Vorgaben angepasst werden. Andersherum ist es jedoch genauso möglich, anhand von in eTOM modellierten Detail-Prozesse darüberliegende und umfassendere ITIL-Prozesse abzuleiten.  

 

Weitere Informationen zu eTOM finden Sie hier.

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